Interview mit René Zambrana

Heute haben wir die Ehre, ein kleines Interview mit René Zambrana zu führen. Nicht nur für Salsa ein guter Tanzlehrer in Hamburg. Und er hat ein paar Tipps für euch wie man am besten Tanzen lernt.


HeuteTanzen.de Hallo René.

Wenn ich das richtig sehe kommst du aus São Paulo, hast aber erst in Hamburg angefangen Salsa zu tanzen. Wie kommt das? Und hast du in Brasilien wirklich noch nicht getanzt?

René: Ja, das ist richtig. Ich habe erst in Deutschland angefangen Salsa zu tanzen. In Brasilien habe ich nur als Kind traditionelle folklorische Tänze aus Bolivien getanzt.


HeuteTanzen.de Du unterrichtest vor allem Salsa. Aber auch Zouk, Cha-Cha-Chá, Kizomba und Bachata. Hast du einen Tanz, welchen du am Liebsten tanzt?

René: Das hängt von meiner Laune ab, wie ich gerade drauf bin. Salsa ist zwar meine Stärke, aber oft habe ich großen Lust auch mal was anderes zu tanzen. Übrigens, Tango tanze ich auch.


HeuteTanzen.de Was macht diesen Tanz zu etwas besonderem für dich?

René: Salsa? Die Vielfältigkeit. Beim Salsa wird es nie langweilig, weil dieser Tanz aus verschiedenen anderen Tänzen (Zutaten) entstanden ist. Daher der Name Salsa (=Sauce).


HeuteTanzen.de Und welchen unterrichtest du am liebsten?

René: Was ich lieber unterrichte hängt nicht vom Tanz ab, sondern von den Leuten, die ich unterrichte. Wenn die Chemie zwischen Lehrer und Schüler stimmt, die Leute motiviert sind und eine gute positive Energie ausstrahlen, dann macht es mir unglaublich viel Spaß.


HeuteTanzen.de Da du erst in Hamburg angefangen hast, zu unterrichten, war das sicher kein Kindheitstraum von dir. Also, wie bist du zum Unterrichten gekommen?

René: Ja, in der Tat, ich hätte nie gedacht, mal Tanzlehrer zu werden und schon gar nicht eine eigene Tanzschule zu besitzen. Das hat sich sehr zufällig ergeben. Ich bin auf Partys angesprochen worden, weil Leute mich gerne beim Tanzen zugeschaut und oft gefragt haben, ob ich kurz was zeigen konnte. Das habe ich mal gemacht und bekam Lob, da ich die Sachen gut erklären konnte. Ich bin dann demnach oft gefragt worden, ob ich nicht unterrichten möchte, da mehr und mehr Leute, meine Tanzfiguren lernen wollten.

Lange habe ich kein Interesse gehabt, das zu tun, aber irgendwann dachte ich es mir, warum nicht? Das war der Anfang. Erstmal habe ich mir einen Raum gemietet und eine Stunde Unterricht angeboten. Es lief gut und aus einer Stunde wurden zwei. Dann habe ich es an einem zweiten Tagen in der Woche gemacht. Es wurde mehr und mehr, bis ich gemerkt habe, ich könnte sogar davon Leben. Und da es mir sehr viel Spaß gemacht, habe ich mein Hobby zum Beruf gemacht.


HeuteTanzen.de Was magst du am Unterrichten? Und was nicht?

René: Mir gefällt das Gefühl zu haben, dass die Schüler Spaß haben und verstehen was ich ihnen vermitteln möchte. Und dass ich die Freunde in deren Augen sehe, wenn sie was begriffen haben obwohl das scheinbar unmöglich war. Mir gefällt es nicht, wenn Tanzpartnern sich bekriegen. Manchmal sind die Erwartungshaltung der Leute unterschiedlich und es kommt zum Streit, vor allem bei Paaren und Eheleuten. Manchmal bin ich eher Paartherapeut als Tanzlehrer.


HeuteTanzen.de Jemand möchte tanzen lernen. Stelle dir vor er würde dich nach den drei wertvollsten Tipps fragen, wie er das am besten sollte. Welche wären das?

René:

  1. Sich im Klaren sein, dass man keinen Tanz über Nacht lernen kann und der Weg dahin eigentlich das Wichtigste ist.
  2. Tanzen gehen. Lernen, tut man nicht, wenn man nur zum Unterricht geht.
  3. Sich mit der Musik des Tanzen befassen, den man lernen möchte. Der Tanz kommt von der Musik. Ohne sie, gibt es keinen Tanz.

HeuteTanzen.de Kannst du uns etwas über die Salsa Szene in Hamburg sagen?

René: Leider viel zu klein für so eine große Stadt und oft gespalten. Da es im Salsa verschieden Stille gibt, teilt sich das Publikum, was dazu bringt, dass Partys häufig zu wenige Besucher haben. Oft sind Leute zu sehr auf einen Stil oder auf einen Lehrer fixiert und besuchen andere Veranstaltungen nicht. Ich würde mir wünschen, dass die Leute mehr “open minded” wären. Eine Party macht nur Spaß, wenn sie gut besucht ist. Keiner möchte da tanzen, wenn sich nur 10 Leute auf der Tanzfläche treiben.

Es gibt aber schon Veranstalter, die sich wirklich Mühe geben, die Tanzszene zu vergrößern und dem deutschen Publikum die Lateinamerikanischen Tänze näher zu bringen, so wie man sie in ihren Ursprungsländer tatsächlich getanzt werden, aber viel zu oft haben die meisten immer noch eine sehr klischeehafte Idee, von dem was Salsa ist, weil es im Standard/Lateintanzschulen so gezeigt wird. Das ist sehr schade.


HeuteTanzen.de Kannst du uns etwas über die Zouk Szene in Hamburg sagen?

René: Sehr, sehr klein. Zouk leidet immer noch dadurch, dass es sehr unbekannt ist. Wenn sogar in Brasilien viele Zouk nicht kennen, dann kann man sich schon vorstellen, dass es hier in Deutschland nicht viele gibt, die wissen, was das ist. Ich unterrichte Zouk seit etwa 2006 und seit Jahren veranstalte ich Zouk Partys. Außerdem habe ich zwei Mal mit meinen Schüler am internationalen Zouk Flashmob teilgenommen. Ich hätte mir gewünscht, dass nicht nur meine Schüler daran teilgenommen hätten.

Aber ich möchte nicht die Hoffnung verlieren. Zouk ist ein wunderbarer Tanz und ich wünsche mir, dass in Zukunft viel mehr Leute ihn tanzen. Ich tue mein Bestes dafür.


HeuteTanzen.de Danke für deine Zeit.

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Geschrieben am:
09.11.2016
Kategorien:
Interview, Hamburg
Tanzfokus:
Zouk, Salsa
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